Donnerstag, 20. Februar 2014

Kiliansmännle, 22. 05.1996



Ehec – eine Killermaschine
Alles spricht über die Rinderseuche. Importverbote werden ausgesprochen – und nicht richtig eingehalten. In Rheinland-Pfalz werden die Kühe geschlachtet, weil sie entweder aus Großbritannien stammen oder Futter von dort erhalten haben sollen. Der Rindfleischabsatz in deutschen Metzgereien sinkt um zweistellige Prozentzahlen. Derweilen grassiert eine andere Seuche, die vor allem unter Kindern schon Tote gefordert hat. Ehec heißt ein Kolibakterium, das durch den Kot der Rinder ausgeschieden wird. Es vermehrt sich unbemerkt in den Kühen. Durch intensive Tierhaltung wird deren Gülle aufs Feld gebracht. Die Rinder fressen dann das damit gedüngte Futter. Das heißt: Der Stalldreck dringt in die Lebensmittelkette. Ein geschlossener Kreislauf. In Europa, Australien und Amerika ist dieser Erreger aufgetreten. Bisher ist Ehec keine meldepflichtige Krankheit, die ins Bundesseuchengesetz eingetragen wäre. Bei Menschen wirkt sich der Erreger so aus: Durchfall, Blut im Stuhl. Und bei Kindern kann die Krankheit zum Tode führen. Sieben Fälle sind in Bayern schon registriert worden. Seltsam an der Geschichte: Der Erreger Ehec stammt aus der natürlichen Genproduktion des Kuhstalls, vermehrt sich im Rinderkot und verändert sich dank hervorragender Bedingungen bei der intensiven Tierhaltung ständig. Es wäre an der Zeit, mal nachzufragen, was man bei uns im Ländle gegen diese seuchenartige Krankheit zu tun gedenkt. Nur abwarten - etwa?!?



Öko-Blockwart

Die Kehrwoche ist eine schwäbische Tugend. Darüber machen sich manche Fischköpfe lustig. Wir aber bleiben dabei. Ganz anders sieht es beim Müll aus. Da ist jetzt die Heilige Ökologische Inquisition auf  den Plan getreten. Haben doch subversive Elemente bei uns im Öko-Gau sich oftmals schon des Frevels hingegeben, Bio-Abfall in Plastiktüten in die Bio-Tonne zu werfen. Aber diesem volksschädlichen Verhalten bietet der Öko-Blockwart Einhalt, sprich der Müllkontrolleur. In unserer technisierten Welt kann diese Planstelle allerdings auch eingespart werden, wenn ein innovatives Müll-Entsorgungsunternehmen die Tonne durchleuchtet. Findet sich Plastikabfall darin, dann wird sie schlicht von der Müll-Stasi zurückgestellt. Soll doch der Umweltfrevler sehen, wie er seinen Müll los wird. Gute Erfahrungen hat die ökologische Sturmabteilung auf Landratsämtern auch mit Arbeitsdienst statt Bußgeld gemacht. Verbrennt einer Reisig in seinem Garten und mischt Plastik drunter, und es kommt zur Anzeige, kann er sich entscheiden: Bußgeld oder Arbeitsdienst. Auch bei den Müllcontainern für Papier und Glas, die so an den Straßenecken herumstehen, verlieren manche braven Bürger ihr Ökobewußtsein. Dem kann mit Videoüberwachung abgeholfen werden. So dringt die Überwachungsbehörde durch den Müll schnell zum Wesen des Asozialen vor. Das sind halt nicht nur Schlamper, die sich da an unserer Umwelt versündigen, sondern Asoziale. Wer den Müll nicht ordnungsgemäß entsorgt, der taugt auch sonst nichts. Wenn wir auch ansonsten in einer Demokratie leben, beim Müll kann ein wenig Öko-Diktatur nichts schaden. Schließlich geht es um unsere Zukunft. Und am deutschen Müllwesen wird schon noch der Rest der Welt genesen. Auch wenn die anderen derzeit nicht so recht wollen, die Welt von der Müllsünde endgültig zu befreien, wir im Öko-Musterland werden’s richten.



Abfalleimer

Zigeunerschnitzel, Neger, Häftlinge - nein, solche Worte nimmt der politisch korrekt denkende Bürger nicht mehr in den Mund. Sie gehören in den Abfalleimer der dunklen Vergangenheit. Balkansteak, Amerikaner afrikanischer Abstammung, Kunden des Korrektursystems – so bezeichnet der politisch Anständige heute das oben negativ Gekennzeichnete. Sprachverrenkungen dieser Art, die zum Beispiel Blinde zu „Anderssichtigen“ verwandeln, sind aus der Bewegung der „Political Correctness“ geboren, eines auf die Spitze getriebenen Kulturrelativismus vor allem linker Intellektueller. Man will halt in seinem betulichen Gerechtigkeitswahn es mit niemandem verderben. Aber jedermanns Liebling, ist bekanntlich jedermanns Dackel. Und so haben selbsternannte Tugendwächter erreicht, daß Toleranz in Intoleranz umschlägt. Jetzt werden alle von ihnen aufgespürt, die sich einer falschen Sprache bedienen – und sind damit sofort geoutet. Denn nur wer die Macht über die Sprache besitzt, so die idealistische Vorstellung von diesen Lehrmeistern, habe auch die Machtmittel in der Hand. Wir kennen ja dieses gläubige Denken schon aus der Zeit zweier Diktaturen in Deutschland. Da glaubten auch einige Sittenrichter und Blockwarte, sie könnten dem Volk mittels gestanzter Sprache das Denken befehlen. Aber es kam alles anders als vorgegeben. Eine Gefahr allerdings besteht: Die Meinungsfreiheit, die liberale Quelle der Demokratie trocknet aus, wenn diese Milch der frommen Denkart weiter verabreicht wird. Denn dann verschwänden Freimut und Unbefangenheit aus der öffentlichen Rede. PC ist halt nichts weiter als ein Gebräu aus aufklärerischem Missionarismus und Wiedergutmachungsideologie. Oder ein Computer.



Saubere Stadt

Der Gemeinderat tagte in Heilbronn. Und heraus kam eine Sondersitzung, irgendwann vor der Sommerpause. Dann soll abgerechnet werden, mit dem, was sich an Schmutz im Rathaus so in den letzten Jahren angehäuft hat. Jetzt wird weiterhin sorgsam geprüft, einerseits im Akteneinsichts-Ausschuß des Rats, andererseits von der Gemeindeprüfungsanstalt, versichert man uns schlichten Bürgern. Das sind sich alle einig im Halbrund der vierzig Stühle des Großen Ratssaales – einstimmig. Von Zuhörern der Sitzung hörte ich später, daß die Herren Bürgermeister auf ihrer Bank nicht gerade fröhlich aus der Wäsche geschaut hätten. Und auch einige Gemeinderäte wollten wieder „Ruhe im Karton“ haben, sprachen viel von keiner voreiligen Schuldzuweisung. Dabei sitzen sie ja alle mit im Boot – und haben die Schieflage mitzuverantworten. Es klingt ja schön, daß eine „seriöse rechtliche und politische Gesamtanalyse“ nur erfolgen könne, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen. Das sagen alle Politiker, die sich in der Klemme befinden. Wenn ich daran denke, welche Minister in Deutschland schon wegen Bagatellen (verglichen mit diesem Fall) zurückgetreten sind, dann bin ich doch sehr verwundert. Oder Lothar Späth einst seinen Hut nahm, nur weil er die baden-württembergische Steuerkasse nicht mit Reisekosten belastet hatte. Was muß denn noch geschehen, noch an Skandalösem öffentlich werden, damit Konsequenzen gezogen werden? Wie sagte mir doch einer, der vom Rathaus kam, bitter: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Lesen Sie mal nach, was unsere Politiker hier im Blatt vor der Wahl über Politikverdrossenheit gesagt haben! Ich glaube langsam, sie haben ihre eigenen Worte schon wieder vergessen.



Noch ein Tor

Mühsam hat sie sich zusammengerauft, die neue schwarz-gelbe Koalition in Stuttgart. Es grummelt beträchtlich in beiden Lagern, sowohl bei den Christdemokraten als auch den Liberalen. Aber jetzt ist erst mal Besinnlichkeit angesagt, die Gemüter der Zukurzgekommenen sollen sich beruhigen. Ganz anders bei der SPD, der großen Verliererin der Wahl. Der Kampf um den richtigen Kurs fordert Opfer. Jüngst erst legte Hertha Däubler-Gmelin, die stellvertretende Bundesvorsitzende, alle ihre baden-württembergischen Parteiämter nieder. Und bei der Suche nach einem geeigneten OB-Kandidaten für Stuttgart zeigt die Partei noch kleine Flagge. Dagegen trumpft in Heilbronn die neue SPD-Kreisvorsitzende Sibylle Mösse-Hagen mächtig auf. Die neue Regierung in Stuttgart bemühe sich, „nun die Uhren auf vorsozialdemokratische Zeiten zurückzudrehen“. Denn ihre „Zunkunftsfähigkeit“ dokumentiere die CDU/FDP „durch die Degradierung der Frauen und der Umweltpolitik“ in Baden-Württemberg. Eine „durchgreifende Modernisierung der Wirtschafts- und Verwaltungsstrukturen“ des Landes fordert sie ein. Die Dringlichkeit dieses Umbaus mache „nicht zuletzt die Affaire in der Heilbronner Stadtverwaltung deutlich“. Potzblitz! Vier Jahre lang gab’s einen SPD-Innen- und einen SPD-Wirtschaftsminister, derzeit sogar  noch im Amt. Und schon macht Sibylle Mösse-Hagen beide madig. Denn ihrer Logik gemäß haben diese beiden, Spöri und Birzele, auch noch eine Mitschuld am Riesenskandal in Heilbronn. Da fällt mir wirklich nix mehr ein. Außer, daß Presseerklärungen eine Sache und Politik eine ganz andere ist. Oder soll ich solche Worte einfach im Ordner „Ironie des Schicksals“ abbuchen?



Warnstreiks

Proteststreiks gegen die Sparpläne der Bundesregierung im ganzen Lande. Es geht nicht um Tarifauseinandersetzungen, es geht um politische Forderungen. Da stellt sich die Frage, ob diese Streiks zulässig sind. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans Olaf Henkel, zum Beispiel bezeichnet diese politischen Streiks als „völlig undemokratisch“. Der Deutsche Gewerkschaftsbund dagegen fordert ein Abrücken von den Bonner Sparplänen. Nur damit könne die Zuspitzung des Konflikts abgebogen werden. Jetzt werden Abmahnungen und Schadensersatzansprüche angedroht – so sei nun einmal die Rechtslage bei „politischen Streiks“, meinen zum Beispiel die Metallarbeitgeber. Aber die Lage ist eine andere: Nicht in der Metallindustrie, sondern bei der Post, im öffentlichen Dienst wird gestreikt. 4,5 Prozent mehr Lohn wird gefordert. Bund, Länder und Gemeinden wollen dagegen eine Nullrunde einlegen. Das ist eine neue Gemengelage. Da purzelt viel durcheinander – Politisches und Tarifliches. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß es dort zu Abmahnungen kommt. Schließlich sind in Kommunen und Ländern Politiker Arbeitgeber, die teilweise diesen Arbeitsniederlegungen mit Wohlwollen gegenüberstehen. Je nach politischem Lager. Sie müssen ja schließlich auch das Geld nicht erwirtschaften, das sie später verteilen. Es kommt per Überweisung – das Steuergeld. Und wenn jetzt Verkehrsbetriebe, Verwaltungen, Müllabfuhr, Krankenhäuser und Universitäten vorübergehend bestreikt werden, dann müssen wir Bürger uns wohl ins Unvermeidliche fügen. Es wird auch wieder vorübergehen. Kommunen und Länder haben ja auch signalisiert, daß sie aus der Sparrunde austeigen wollen. Schließlich profitieren die Arbeitgeber, sprich OBs und Bürgermeister ja auch von einer Lohnerhöhung – und das beträchtlich. Selbstbedienungsladen Staat.



Theaterbesuch

Heilbronn ist eine schöne Stadt, auch am 16. Mai 1996. Ausnahmsweise mal grüne Welle auf den Straßen. Und so kommen zwei Theaterhungrige aus dem Landkreis um 18.55 Uhr in der Tiefgarage an. Punkt 19 Uhr werden hier die Automaten auf Drei-Mark-Nachtpauschale umgestellt. Schon öfter sind sie knapp vor der Umstellung in die Garage eingefahren. Bisher wurde anstandslos an der Kasse umprogrammiert – auf drei Mark für die Nacht. An diesem Tag jedoch, so gegen 18.56 Uhr, wird das Ehepaar (und auch andere Theaterbesucher) kurz mit den Worten abgefertigt: „Sie können wohl nicht lesen. Zahlen Sie nach der Vorstellung am Automaten.“ Was blieb nach diesem harschen Ton den Theaterliebhabern anderes übrig. Der Automat verlangt nach der Vorstellung jedoch fünf Mark. Die Erklärung: das Gerät hat für die vier Minuten vor 19 Uhr zwei Mark berechnet, danach halt noch die drei Mark Nachtpauschale. Auf die Frage, ob man dann wie bisher nach dem Theaterabend den Wagen in der Tiefgarage stehen lassen könne, um in einem renommierten Lokal gegenüber noch den Abend ausklingen zu lassen, wurde kurz und bündig beschieden: „Sie müssen 15 Minuten nach der Vorstellung die Tiefgarage verlassen.“ Nix war’s mit dem Ausgehen in Heilbronn für die beiden Landpommeranzen. Also trollten sie sich nach der Hello-Dolly-Vorstellung ihres Weges, kehrten in Donnbronn am Autobahnzubringer in einem gemütlichen Lokal so gegen 23 Uhr ein. Parkplatz vorhanden, gut gegessen und getrunken bei einem freundlichen Wirt – gepaart mit einem kurzen Nachdenken und Frust über die unfreundliche Stadt am Neckar. Für Theaterbesuche leider nicht zu umgehen, zumal mit Hello Dolly wirklich ein Treffer gelungen war. Aber für einen Bummel nach dem Theater hat die Stadt zwei Gäste verloren. Wer will schon Stadt-Hektik, wenn’s zehn Kilometer weiter so gemütlich ist.



Mode links

Modisch gesehen, so sagte neulich ein gescheiter alt-bundesrepublikanischer Kopf, sei die PDS eine Katastrophe. Mausgraue oder hellgraue Anzüge, weiße Socken, Blumenkrawatten und durchgehende Gummisohlen an den Schuhen. So wie sich halt die Leute in Paris deutsche Touristen vorstellen. Aber die PDS bietet auch mehr: Jeans, Jesuslatschen, Palästinenser-Halstücher, karierte Baumfäller-Hemden, bunte Haare, lange Haare. Eben  – die ganze Bandbreite spießiger Modevorstellungen, entweder geschmackloser Protest oder geschmacklose Angepaßtheit. Daß Leute dieser Couleur schon einen Staat zugrunde gerichtet haben, ist nicht verwunderlich. Das Böse hat zumeist einen allzu banalen Anstrich. Parteigänger dieser Richtung haben nicht vor, in der Bundesrepublik demokratische Verläßlichkeiten zu fördern. Im Gegenteil. Ihre Sympathie mit linken Terroristen ist offenkundig, ob mit jenen im Internet, im Ausland oder mit jenen, die auf deutschen Straßen Randale machen, sei es die kurdische PKK oder Autonome. Und das paart sich dann mit jenen im Osten, die behaupten, früher hat es das nicht gegeben: all das Böse und Schlechte auf den Straßen. Wahrlich, das hat es nicht gegeben, das haben der Staat und seine willigen Mitläufer selbst besorgt. Die Kinder waren wenigstens beschäftigt. Auch das stimmt. Zum Kadavergehorsam, zu „Zucht und Ordnung“ – im sozialistischen Sinne. Und der unterschied sich nicht sonderlich vom nationalsozialistischen Sinne. Unkritisch, intolerant, feindselig gegen Andersdenkende (oder Andershäutige), klassenbewußt. Es wird also dauern, bis der neue Teil der Bundesrepublik durch und durch demokratisch gesonnen ist. Mindestens zwei Generationen. Auch im Westen hat’s gedauert. Viele lange Jahre.



Kujau war wieder da

Was die „Anwalts- und Steuerkanzlei Dr.  Silcher, Barho und Kollegen“ und die Firma  „Immobilien Treuhand Müller, Bucher und Partner“ mit der Konrad-Kujau-Ausstellung in ihren Geschäftsräumen produziert hat, das war  schon ein bemerkenswerter PR-Gag. Beim großen Empfang für geladene Gäste wollten Dr. Wolfgang Bok (Chefredakteur der Stimme) und Günther H. Oettinger (CDU-Fraktionsvorsitzender in Stuttgart) werbend für Journalisten (Vortrag: „Presse und Wahrheit“) und Politik (Vortrag:„Politik und Wahrheit“) jenem Manne nahekommen, der beide Bereiche – Journalismus und Politik – einst kräftig an der Nase herum und dem Publikum als grandiose Hornochsen vorgeführt hatte. Auch am Montag vor einer Woche zeigte sich Deutschlands berühmtester Fälscher – diesmal dem normalen Unterländer Publikum , das ihn bewundert und eben nur kennenlernen wollte. Dabei reagierte Kujau auch auf Kritik aus Heilbronner Bürgerkreisen, die es als recht seltsam empfanden, daß Juristen die Kunstwerke diesen Kriminellen in ihren Büroräumen ausstellen. Kujau konterte gelassen auf derartige Anwürfe – Leute, die so schimpfen, ließ er seine Bewunderer wissen, die haben entweder in der Familie einen Maler, der nichts kann oder noch keine Ausstellung hatte. Außerdem gab er wiederum jene Story zum besten, wie Stern-Reporter Heidemann ihn einst aufgespürt hatte. Wir kennen die Geschichte künstlerisch verfremdet aus dem Film „Schdonk“, den Kujau übrigens besonders gern mag und für gar nicht übertrieben hält. Neben seinen Kujau-Tagebüchern für knapp 100 Mark (Einband und Hülle seinen Stern-Hitler-Tagebüchern nachempfunden), bot er auch noch seine Kujau-Nachempfindungen berühmter Maler an, führte durch seine Ausstellung und gab Autogramme auf alles, was ihm hingehalten wurde: Entweder mit Original-Kujau-Signatur oder mit Adolf-Hitler-, Helmut-Kohl- und Erich-Honecker-Schriftzug.



Ehrenvoller Abgang?

Der SPD geht es derzeit in Baden-Württemberg gar nicht gut. Dieter Spöri hat keine Lust mehr und SPD-Chef Ulrich Maurer sammelt die letzten Getreuen um sich. Dabei handelt es sich überwiegend um Sympathisanten aus der linken SPD-Ecke. Auch der Abstatter Gemeinderat, Rechtsanwalt und Landtagsabgeordnete Wolfgang Bebber wird in einem Maurer-Zirkel mitarbeiten. Ist er doch schon in den erweiterten Fraktionsvorstand seiner Partei im Stuttgarter Landtag gewählt worden. Jetzt geht es halt darum, die baden-württembergische SPD wieder auf Vordermann zu bringen. Pech für den Abstatter Gemeinderat Wolfgang Bebber. Dem Gremium will der SPD-Mann künftig nicht mehr angehören. Es ist zwar noch nicht öffentlich, aber sicher, daß Bebber sein kommunalpolitisches Mandat aufgibt. Ein Abgang in Ehren? Aus der Riege der Abstatter Gemeindepolitiker ist zu vernehmen, daß man den Rat und die Tat des Heilbronner Anwaltes Bebber immer geschätzt habe. Leider habe er für die Kommunalpolitik allerdings viel zu wenig Zeit gehabt. Warum das zwangsläufig so ist? Bebber ist ein vielbeschäftigter Mann: Landtagsabgeordneter, Anwalt, Kreistagsmitglied und Gemeinderat. Das muß einfach zu viel sein. Und so wird man den Bürgern – und die vertritt er ja – auch nicht mehr gerecht. Dem Bebberschen Schritt müßten eigentlich noch viel mehr Gemeinderäte folgen. Aber der Großteil wird wohl an seinen Pfründen hängen.

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