Ehec
– eine Killermaschine
Alles
spricht über die Rinderseuche. Importverbote werden ausgesprochen – und nicht
richtig eingehalten. In Rheinland-Pfalz werden die Kühe geschlachtet, weil sie
entweder aus Großbritannien stammen oder Futter von dort erhalten haben sollen.
Der Rindfleischabsatz in deutschen Metzgereien sinkt um zweistellige
Prozentzahlen. Derweilen grassiert eine andere Seuche, die vor allem unter
Kindern schon Tote gefordert hat. Ehec
heißt ein Kolibakterium, das durch den Kot der Rinder ausgeschieden wird.
Es vermehrt sich unbemerkt in den Kühen. Durch intensive Tierhaltung wird deren
Gülle aufs Feld gebracht. Die Rinder fressen dann das damit gedüngte Futter.
Das heißt: Der Stalldreck dringt in die Lebensmittelkette. Ein geschlossener
Kreislauf. In Europa, Australien und Amerika ist dieser Erreger aufgetreten.
Bisher ist Ehec keine meldepflichtige Krankheit, die ins Bundesseuchengesetz
eingetragen wäre. Bei Menschen wirkt sich der Erreger so aus: Durchfall, Blut im
Stuhl. Und bei Kindern kann die Krankheit zum Tode führen. Sieben Fälle sind in
Bayern schon registriert worden. Seltsam an der Geschichte: Der Erreger Ehec
stammt aus der natürlichen Genproduktion des Kuhstalls, vermehrt sich im
Rinderkot und verändert sich dank hervorragender Bedingungen bei der intensiven
Tierhaltung ständig. Es wäre an der Zeit, mal nachzufragen, was man bei uns im
Ländle gegen diese seuchenartige Krankheit zu tun gedenkt. Nur abwarten -
etwa?!?
Öko-Blockwart
Die
Kehrwoche ist eine schwäbische Tugend. Darüber machen sich manche Fischköpfe
lustig. Wir aber bleiben dabei. Ganz anders sieht es beim Müll aus. Da ist
jetzt die Heilige Ökologische Inquisition auf
den Plan getreten. Haben doch subversive Elemente bei uns im Öko-Gau
sich oftmals schon des Frevels hingegeben, Bio-Abfall in Plastiktüten in die
Bio-Tonne zu werfen. Aber diesem volksschädlichen Verhalten bietet der
Öko-Blockwart Einhalt, sprich der Müllkontrolleur. In unserer technisierten Welt kann diese Planstelle allerdings auch
eingespart werden, wenn ein innovatives Müll-Entsorgungsunternehmen die Tonne
durchleuchtet. Findet sich Plastikabfall darin, dann wird sie schlicht von
der Müll-Stasi zurückgestellt. Soll doch der Umweltfrevler sehen, wie er seinen
Müll los wird. Gute Erfahrungen hat die ökologische Sturmabteilung auf
Landratsämtern auch mit Arbeitsdienst statt Bußgeld gemacht. Verbrennt einer
Reisig in seinem Garten und mischt Plastik drunter, und es kommt zur Anzeige,
kann er sich entscheiden: Bußgeld oder Arbeitsdienst. Auch bei den
Müllcontainern für Papier und Glas, die so an den Straßenecken herumstehen,
verlieren manche braven Bürger ihr Ökobewußtsein. Dem kann mit Videoüberwachung
abgeholfen werden. So dringt die Überwachungsbehörde durch den Müll schnell zum
Wesen des Asozialen vor. Das sind halt nicht nur Schlamper, die sich da an
unserer Umwelt versündigen, sondern Asoziale. Wer den Müll nicht ordnungsgemäß
entsorgt, der taugt auch sonst nichts. Wenn wir auch ansonsten in einer
Demokratie leben, beim Müll kann ein wenig Öko-Diktatur nichts schaden.
Schließlich geht es um unsere Zukunft. Und am deutschen Müllwesen wird schon
noch der Rest der Welt genesen. Auch wenn die anderen derzeit nicht so recht
wollen, die Welt von der Müllsünde endgültig zu befreien, wir im Öko-Musterland
werden’s richten.
Abfalleimer
Zigeunerschnitzel,
Neger, Häftlinge - nein, solche Worte nimmt der politisch korrekt denkende
Bürger nicht mehr in den Mund. Sie gehören in den Abfalleimer der dunklen
Vergangenheit. Balkansteak, Amerikaner afrikanischer Abstammung, Kunden des
Korrektursystems – so bezeichnet der politisch Anständige heute das oben
negativ Gekennzeichnete. Sprachverrenkungen dieser Art, die zum Beispiel Blinde
zu „Anderssichtigen“ verwandeln, sind aus der Bewegung der „Political Correctness“ geboren, eines auf die Spitze
getriebenen Kulturrelativismus vor allem linker Intellektueller. Man will halt
in seinem betulichen Gerechtigkeitswahn es mit niemandem verderben. Aber
jedermanns Liebling, ist bekanntlich jedermanns Dackel. Und so haben
selbsternannte Tugendwächter erreicht, daß Toleranz in Intoleranz umschlägt.
Jetzt werden alle von ihnen aufgespürt, die sich einer falschen Sprache
bedienen – und sind damit sofort geoutet. Denn nur wer die Macht über die
Sprache besitzt, so die idealistische Vorstellung von diesen Lehrmeistern, habe
auch die Machtmittel in der Hand. Wir kennen ja dieses gläubige Denken schon
aus der Zeit zweier Diktaturen in Deutschland. Da glaubten auch einige Sittenrichter und Blockwarte, sie könnten dem Volk
mittels gestanzter Sprache das Denken befehlen. Aber es kam alles anders
als vorgegeben. Eine Gefahr allerdings besteht: Die Meinungsfreiheit, die
liberale Quelle der Demokratie trocknet aus, wenn diese Milch der frommen
Denkart weiter verabreicht wird. Denn dann verschwänden Freimut und
Unbefangenheit aus der öffentlichen Rede. PC ist halt nichts weiter als ein
Gebräu aus aufklärerischem Missionarismus und Wiedergutmachungsideologie. Oder
ein Computer.
Saubere
Stadt
Der
Gemeinderat tagte in Heilbronn. Und heraus kam eine Sondersitzung, irgendwann
vor der Sommerpause. Dann soll abgerechnet werden, mit dem, was sich an Schmutz
im Rathaus so in den letzten Jahren angehäuft hat. Jetzt wird weiterhin sorgsam
geprüft, einerseits im Akteneinsichts-Ausschuß des Rats, andererseits von der
Gemeindeprüfungsanstalt, versichert man uns schlichten Bürgern. Das sind sich
alle einig im Halbrund der vierzig Stühle des Großen Ratssaales – einstimmig.
Von Zuhörern der Sitzung hörte ich später, daß die Herren Bürgermeister auf
ihrer Bank nicht gerade fröhlich aus der Wäsche geschaut hätten. Und auch
einige Gemeinderäte wollten wieder „Ruhe im Karton“ haben, sprachen viel von
keiner voreiligen Schuldzuweisung. Dabei sitzen sie ja alle mit im Boot – und
haben die Schieflage mitzuverantworten. Es klingt ja schön, daß eine „seriöse
rechtliche und politische Gesamtanalyse“ nur erfolgen könne, wenn alle Fakten
auf dem Tisch liegen. Das sagen alle Politiker, die sich in der Klemme
befinden. Wenn ich daran denke, welche Minister in Deutschland schon wegen
Bagatellen (verglichen mit diesem Fall) zurückgetreten sind, dann bin ich doch
sehr verwundert. Oder Lothar Späth einst seinen Hut nahm, nur weil er die
baden-württembergische Steuerkasse nicht mit Reisekosten belastet hatte. Was
muß denn noch geschehen, noch an Skandalösem öffentlich werden, damit
Konsequenzen gezogen werden? Wie sagte mir doch einer, der vom Rathaus kam,
bitter: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Lesen Sie mal nach, was
unsere Politiker hier im Blatt vor der Wahl über Politikverdrossenheit gesagt
haben! Ich glaube langsam, sie haben ihre eigenen Worte schon wieder vergessen.
Noch
ein Tor
Mühsam
hat sie sich zusammengerauft, die neue schwarz-gelbe Koalition in Stuttgart. Es
grummelt beträchtlich in beiden Lagern, sowohl bei den Christdemokraten als
auch den Liberalen. Aber jetzt ist erst mal Besinnlichkeit angesagt, die
Gemüter der Zukurzgekommenen sollen sich beruhigen. Ganz anders bei der SPD,
der großen Verliererin der Wahl. Der Kampf um den richtigen Kurs fordert Opfer.
Jüngst erst legte Hertha Däubler-Gmelin,
die stellvertretende Bundesvorsitzende, alle ihre baden-württembergischen
Parteiämter nieder. Und bei der Suche nach einem geeigneten OB-Kandidaten für
Stuttgart zeigt die Partei noch kleine Flagge. Dagegen trumpft in Heilbronn die
neue SPD-Kreisvorsitzende Sibylle
Mösse-Hagen mächtig auf. Die neue Regierung in Stuttgart bemühe sich, „nun
die Uhren auf vorsozialdemokratische Zeiten zurückzudrehen“. Denn ihre
„Zunkunftsfähigkeit“ dokumentiere die CDU/FDP „durch die Degradierung der
Frauen und der Umweltpolitik“ in Baden-Württemberg. Eine „durchgreifende
Modernisierung der Wirtschafts- und Verwaltungsstrukturen“ des Landes fordert
sie ein. Die Dringlichkeit dieses Umbaus mache „nicht zuletzt die Affaire in
der Heilbronner Stadtverwaltung deutlich“. Potzblitz! Vier Jahre lang gab’s
einen SPD-Innen- und einen SPD-Wirtschaftsminister, derzeit sogar noch im Amt. Und schon macht Sibylle
Mösse-Hagen beide madig. Denn ihrer Logik gemäß haben diese beiden, Spöri und
Birzele, auch noch eine Mitschuld am
Riesenskandal in Heilbronn. Da fällt mir wirklich nix mehr ein. Außer, daß
Presseerklärungen eine Sache und Politik eine ganz andere ist. Oder soll ich
solche Worte einfach im Ordner „Ironie des Schicksals“ abbuchen?
Warnstreiks
Proteststreiks
gegen die Sparpläne der Bundesregierung im ganzen Lande. Es geht nicht um
Tarifauseinandersetzungen, es geht um politische Forderungen. Da stellt sich
die Frage, ob diese Streiks zulässig sind. Der Präsident des Bundesverbandes
der Deutschen Industrie, Hans Olaf Henkel, zum Beispiel bezeichnet diese
politischen Streiks als „völlig undemokratisch“. Der Deutsche Gewerkschaftsbund
dagegen fordert ein Abrücken von den Bonner Sparplänen. Nur damit könne die
Zuspitzung des Konflikts abgebogen werden. Jetzt werden Abmahnungen und
Schadensersatzansprüche angedroht – so sei nun einmal die Rechtslage bei
„politischen Streiks“, meinen zum Beispiel die Metallarbeitgeber. Aber die Lage
ist eine andere: Nicht in der Metallindustrie, sondern bei der Post, im
öffentlichen Dienst wird gestreikt. 4,5
Prozent mehr Lohn wird gefordert. Bund, Länder und Gemeinden wollen dagegen
eine Nullrunde einlegen. Das ist eine neue Gemengelage. Da purzelt viel
durcheinander – Politisches und Tarifliches. Und ich kann mir nicht vorstellen,
daß es dort zu Abmahnungen kommt. Schließlich sind in Kommunen und Ländern
Politiker Arbeitgeber, die teilweise diesen Arbeitsniederlegungen mit
Wohlwollen gegenüberstehen. Je nach politischem Lager. Sie müssen ja schließlich
auch das Geld nicht erwirtschaften, das sie später verteilen. Es kommt per
Überweisung – das Steuergeld. Und wenn jetzt Verkehrsbetriebe, Verwaltungen,
Müllabfuhr, Krankenhäuser und Universitäten vorübergehend bestreikt werden,
dann müssen wir Bürger uns wohl ins Unvermeidliche fügen. Es wird auch wieder
vorübergehen. Kommunen und Länder haben ja auch signalisiert, daß sie aus der
Sparrunde austeigen wollen. Schließlich profitieren die Arbeitgeber, sprich OBs
und Bürgermeister ja auch von einer Lohnerhöhung – und das beträchtlich.
Selbstbedienungsladen Staat.
Theaterbesuch
Heilbronn
ist eine schöne Stadt, auch am 16. Mai 1996. Ausnahmsweise mal grüne Welle auf
den Straßen. Und so kommen zwei Theaterhungrige aus dem Landkreis um 18.55 Uhr
in der Tiefgarage an. Punkt 19 Uhr werden hier die Automaten auf
Drei-Mark-Nachtpauschale umgestellt. Schon öfter sind sie knapp vor der
Umstellung in die Garage eingefahren. Bisher wurde anstandslos an der Kasse
umprogrammiert – auf drei Mark für die Nacht. An diesem Tag jedoch, so gegen
18.56 Uhr, wird das Ehepaar (und auch andere Theaterbesucher) kurz mit den
Worten abgefertigt: „Sie können wohl
nicht lesen. Zahlen Sie nach der Vorstellung am Automaten.“ Was blieb nach
diesem harschen Ton den Theaterliebhabern anderes übrig. Der Automat verlangt
nach der Vorstellung jedoch fünf Mark. Die Erklärung: das Gerät hat für die
vier Minuten vor 19 Uhr zwei Mark berechnet, danach halt noch die drei Mark
Nachtpauschale. Auf die Frage, ob man dann wie bisher nach dem Theaterabend den
Wagen in der Tiefgarage stehen lassen könne, um in einem renommierten Lokal
gegenüber noch den Abend ausklingen zu lassen, wurde kurz und bündig
beschieden: „Sie müssen 15 Minuten nach der Vorstellung die Tiefgarage
verlassen.“ Nix war’s mit dem Ausgehen
in Heilbronn für die beiden Landpommeranzen. Also trollten sie sich nach
der Hello-Dolly-Vorstellung ihres Weges, kehrten in Donnbronn am
Autobahnzubringer in einem gemütlichen Lokal so gegen 23 Uhr ein. Parkplatz
vorhanden, gut gegessen und getrunken bei einem freundlichen Wirt – gepaart mit
einem kurzen Nachdenken und Frust über die unfreundliche Stadt am Neckar. Für
Theaterbesuche leider nicht zu umgehen, zumal mit Hello Dolly wirklich ein
Treffer gelungen war. Aber für einen Bummel nach dem Theater hat die Stadt zwei
Gäste verloren. Wer will schon Stadt-Hektik, wenn’s zehn Kilometer weiter so
gemütlich ist.
Mode
links
Modisch
gesehen, so sagte neulich ein gescheiter alt-bundesrepublikanischer Kopf, sei
die PDS eine Katastrophe. Mausgraue oder hellgraue Anzüge, weiße Socken,
Blumenkrawatten und durchgehende Gummisohlen an den Schuhen. So wie sich halt
die Leute in Paris deutsche Touristen vorstellen. Aber die PDS bietet auch
mehr: Jeans, Jesuslatschen, Palästinenser-Halstücher, karierte Baumfäller-Hemden,
bunte Haare, lange Haare. Eben – die
ganze Bandbreite spießiger Modevorstellungen, entweder geschmackloser Protest
oder geschmacklose Angepaßtheit. Daß Leute dieser Couleur schon einen Staat
zugrunde gerichtet haben, ist nicht verwunderlich. Das Böse hat zumeist einen
allzu banalen Anstrich. Parteigänger dieser Richtung haben nicht vor, in der
Bundesrepublik demokratische Verläßlichkeiten zu fördern. Im Gegenteil. Ihre Sympathie mit linken Terroristen ist offenkundig, ob
mit jenen im Internet, im Ausland oder mit jenen, die auf deutschen Straßen
Randale machen, sei es die kurdische PKK oder Autonome. Und das paart sich
dann mit jenen im Osten, die behaupten, früher hat es das nicht gegeben: all
das Böse und Schlechte auf den Straßen. Wahrlich, das hat es nicht gegeben, das
haben der Staat und seine willigen Mitläufer selbst besorgt. Die Kinder waren
wenigstens beschäftigt. Auch das stimmt. Zum Kadavergehorsam, zu „Zucht und
Ordnung“ – im sozialistischen Sinne. Und der unterschied sich nicht sonderlich
vom nationalsozialistischen Sinne. Unkritisch, intolerant, feindselig gegen
Andersdenkende (oder Andershäutige), klassenbewußt. Es wird also dauern, bis
der neue Teil der Bundesrepublik durch und durch demokratisch gesonnen ist.
Mindestens zwei Generationen. Auch im Westen hat’s gedauert. Viele lange Jahre.
Kujau
war wieder da
Was
die „Anwalts- und Steuerkanzlei Dr.
Silcher, Barho und Kollegen“ und die Firma „Immobilien Treuhand Müller, Bucher und
Partner“ mit der Konrad-Kujau-Ausstellung in ihren Geschäftsräumen produziert
hat, das war schon ein bemerkenswerter
PR-Gag. Beim großen Empfang für geladene Gäste wollten Dr. Wolfgang Bok
(Chefredakteur der Stimme) und Günther H. Oettinger (CDU-Fraktionsvorsitzender
in Stuttgart) werbend für Journalisten (Vortrag: „Presse und Wahrheit“) und
Politik (Vortrag:„Politik und Wahrheit“) jenem Manne nahekommen, der beide
Bereiche – Journalismus und Politik – einst kräftig an der Nase herum und dem
Publikum als grandiose Hornochsen vorgeführt hatte. Auch am Montag vor einer
Woche zeigte sich Deutschlands berühmtester Fälscher – diesmal dem normalen
Unterländer Publikum , das ihn bewundert und eben nur kennenlernen wollte. Dabei reagierte Kujau auch auf Kritik aus
Heilbronner Bürgerkreisen, die es als recht seltsam empfanden, daß Juristen die
Kunstwerke diesen Kriminellen in ihren Büroräumen ausstellen. Kujau
konterte gelassen auf derartige Anwürfe – Leute, die so schimpfen, ließ er
seine Bewunderer wissen, die haben entweder in der Familie einen Maler, der nichts
kann oder noch keine Ausstellung hatte. Außerdem gab er wiederum jene Story zum
besten, wie Stern-Reporter Heidemann ihn einst aufgespürt hatte. Wir kennen die
Geschichte künstlerisch verfremdet aus dem Film „Schdonk“, den Kujau übrigens
besonders gern mag und für gar nicht übertrieben hält. Neben seinen
Kujau-Tagebüchern für knapp 100 Mark (Einband und Hülle seinen
Stern-Hitler-Tagebüchern nachempfunden), bot er auch noch seine
Kujau-Nachempfindungen berühmter Maler an, führte durch seine Ausstellung und
gab Autogramme auf alles, was ihm hingehalten wurde: Entweder mit
Original-Kujau-Signatur oder mit Adolf-Hitler-, Helmut-Kohl- und
Erich-Honecker-Schriftzug.
Ehrenvoller
Abgang?
Der
SPD geht es derzeit in Baden-Württemberg gar nicht gut. Dieter Spöri hat keine
Lust mehr und SPD-Chef Ulrich Maurer sammelt die letzten Getreuen um sich.
Dabei handelt es sich überwiegend um Sympathisanten aus der linken SPD-Ecke.
Auch der Abstatter Gemeinderat, Rechtsanwalt und Landtagsabgeordnete Wolfgang Bebber wird in einem
Maurer-Zirkel mitarbeiten. Ist er doch schon in den erweiterten
Fraktionsvorstand seiner Partei im Stuttgarter Landtag gewählt worden. Jetzt
geht es halt darum, die baden-württembergische SPD wieder auf Vordermann zu
bringen. Pech für den Abstatter Gemeinderat Wolfgang Bebber. Dem Gremium will
der SPD-Mann künftig nicht mehr angehören. Es ist zwar noch nicht öffentlich,
aber sicher, daß Bebber sein kommunalpolitisches Mandat aufgibt. Ein Abgang in
Ehren? Aus der Riege der Abstatter Gemeindepolitiker ist zu vernehmen, daß man
den Rat und die Tat des Heilbronner Anwaltes Bebber immer geschätzt habe.
Leider habe er für die Kommunalpolitik allerdings viel zu wenig Zeit gehabt.
Warum das zwangsläufig so ist? Bebber
ist ein vielbeschäftigter Mann: Landtagsabgeordneter, Anwalt, Kreistagsmitglied
und Gemeinderat. Das muß einfach zu viel sein. Und so wird man den Bürgern
– und die vertritt er ja – auch nicht mehr gerecht. Dem Bebberschen Schritt
müßten eigentlich noch viel mehr Gemeinderäte folgen. Aber der Großteil wird
wohl an seinen Pfründen hängen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen