Was
Heiligs
Es
ist noch gar nicht lange her, da wurden die Grundstückseigentümer im Obersulmer
Baugebiet Hüttenäcker II von ihrer Gemeinde darüber informiert, daß der
Flächenabzug vom Bauerwartungsland zum späteren Bauplatz 45 Prozent betragen
wird. Und das bei uns im Ländle, wo man
auf „sei Sach“ ordentlich acht gibt und nichts verschenkt – auch nicht an die
Gemeinde. Für manche ist der Abzug in dieser Höhe von ihrem Grund und Boden
absolut unverständlich und nicht zu begründen. Denn auf einmal – wie von
Zauberhand – habe die Gemeinde im Obersulmer Baugebiet Hüttenäcker II rund
sechs Bauplätze hinzugewonnen, obwohl die Gemeindefläche zuvor äußerst gering
ausgewiesen war. Und das resultierte
schlicht aus dem Vorgang, daß der tatsächliche Flächenverbrauch für Straßen
etc. nur rund 15 bis 20 Prozent betrage. Von 45 zu 20 Prozent, da bleibt schon
was hängen. Bisher sei nämlich ein Flächenabzug von 30 bis 35 Prozent üblich
gewesen – und ist es offensichtlich noch in vielen Gemeinden des Landkreises
Heilbronn so. Auch bei diesen Zahlen bleibt die eine oder andere Mark im
Rathaussäckel hängen. Wegen der 45 Prozent Flächenabzug rumort es jetzt kräftig
in Obersulm. Und einige haben sich auch schon massiv beim Vermessungsamt über
das Vorgehen ihrer Gemeinde beschwert. Anklagende
Frage in Obersulm: Soll der Bau eines Eigenheims tatsächlich nur noch Reichen
möglich sein? Ich meine: Nein. Die Zeiten sind hart. Auch der kleine Mann
muß sparen. Vor allem, wenn es um seine
Äckerle geht. Die sind bei uns im Ländle fast schon was Heiligs.
Taxi-Boot
Das
war schon eine tolle Idee mit dem Taxi-Boot auf dem Neckar in Heilbronn. In der
Vorweihnachtszeit soll es wieder an den vier langen Samstagen eingesetzt
werden. Dieser Tage versuchen die Heilbronner Kaufleute und der Gastronom Thomas Aurich in vielen Verhandlungen,
das Angebot „Taxiboot“ für Heilbronn zu erhalten. Der Eigentümer will nämlich
das Schiff eventuell verkaufen. Seit Monaten laufen Verhandlungen, die
inzwischen sogar bis zu einem Vertragsentwurf gediehen seien. Sollte es zu
einem erfolgreichen Abschluß mit der Firma Stumpf kommen, so ist beabsichtigt,
den Taxi-Boot-Service bis nach Sontheim im Rahmen einer Art Linienverkehr zu
erweitern. Dazu müßte allerdings die Stadt bereit sein, einen ähnlichen Zuschuß
wie beim öffentlichen Nahverkehr bereitzustellen. Bei sechs Monaten Betrieb
würden sich die Gesamtkosten einschließlich Anschaffung auf insgesamt rund
47.000 Mark belaufen. Beim Taxi-Boot
gehe es nämlich nicht nur um den Erhalt einer Beförderungsmöglichkeit, sondern
auch um eine hochwertige Imagekomponente für die Stadt, die Symbolcharakter
besitzt. „Wir brauchen Schützenhilfe“,
so Gottfried Friz von den
Kaufleuten. In einer Umfrage soll die Bevölkerung ihre Meinung zum Thema
Taxi-Boot abgeben. Ein Taxi-Boot als
Teil der Heilbronner Verkehrsbetriebe? Ein schöner Gedanke. Aber bei dem
Defizit, das der öffentliche Personennahverkehr immer noch einfährt, sind
zusätzliche Belastungen kaum mehr zu verkraften. Hinzu kommt die prekäre Lage
der Heilbronner Finanzen. Da muß dann wohl die Privatinitiative der
Geschäftsleute allein herhalten. Wie sagte mir neulich ein Heilbronner
Geschäftsmann: Mehr Kunden in die Innenstadt, ja. Aber nicht mit zusätzlichen
staatlichen Subventionen. Ich meine auch, die Gesundung der Wirtschaft kann nur
aus eigener Kraft kommen.
Ecstasy
Sie
ist klein, rund, buntgefärbt, mit Bildchen versehen und befreit von Ängsten,
setzt Hemmschwellen herab und wirkt kontaktfördernd – die Designerdroge
Ecstasy, XTC oder einfach nur E. Wie jede Droge hat auch diese harmlos
aussehende Tablette Nebenwirkungen. Bei
E reichen sie von Herzrasen und hohem Blutdruck bis hin zu Hirnblutungen.
Da die Modedroge zudem das Durstgefühl vermindert, besteht vielfach die Gefahr,
daß bei hoher körperlicher Belastung der Körper innerlich austrocknet. Ein Wolf
im Schafspelz also. Zu den Hauptkonsumenten zählen laut Pressemeldungen
Gymnasiasten, Abiturienten und Studenten, weil diese den größten Teil der
Technoszene ausmachen und sich bei einem Mega-Rave die wachhaltende Wirkung der
Droge zunutze machen. Interessant wäre es zu erfahren, wie man das festgestellt
hat? Denn garantiert nicht jeder Raver greift auf E zurück und eine Umfrage
unter obigen Schichten nach dem Motto "Entschuldigung, nehmen Sie Ecstasy?"
kann's wohl auch nicht gewesen sein. Sei's drum. Auf jeden Fall hat man jetzt
Drogenberatungslehrer an Heilbronner Gymnasien eingesetzt, die Schüler über die
Gefährlichkeit der Droge beraten sollen. Aufklärung ist ja gut und schön. Aber
wer vertraut sich bei einem wirklichen Suchtproblem seinem Lehrer an? Geholfen
werden muß, denn Ecstasy hat schon einige Menschenleben gefordert. Besser
angebracht wären aber anonyme Informationsstellen und Suchthilfen direkt vor der vermeintlichen Höhle des
Löwen, sprich vor Deutschlands Technobunkern.
Stichwahl
Wer
in Baden-Württemberg für den Posten eines OBs oder Bürgermeisters kandidieren
will, der muß nur eine Postkarte mit der Bewerbung abschicken – und schon
geht’s los. Sogenannten Juxkandidaten ist damit Tür und Tor geöffnet. Die Stuttgarter OB-Wahl zeigt es mal wieder
mit fast 40 Kandidaten im ersten und auch im zweiten Wahlgang, und auch die
Heilbronner haben ihre leidvollen Erfahrungen bei der letzten OB-Wahl damit
machen müssen. Der Gesetzgeber hätte schon längst handeln müssen. Aber da gibt
es viele Bedenkenträger in allen Parteien und Wählergruppierungen.
Unterschriften bei den Bürgern sammeln, um damit sich als Kandidat einschreiben
zu lassen ist ein Vorschlag. Eine schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf und
Paßbild ist vom potentiellen Kandidaten beim Rathaus abzugeben – ein anderer
Vorschlag. Auch daß man eine Bewerbergebühr erhebt oder eine Kaution im Vorfeld
verlangt, ist im Gespräch. Vorschläge für die Zulassung von Kandidaten sind
derzeit wohlfeil. Nur Handeln will niemand. Kann im ersten Wahlgang keiner der Bewerber mehr als fünfzig Prozent
der Wählerstimmen auf sich vereinigen, muß ein zweiter bei uns im Ländle
angesetzt werden. Und für den kann sich dann wieder bewerben, wer immer
will. Stichwahl lautet im Moment hier das Zauberwort. Zwischen den im ersten
Wahlgang Erst- und Zweitplazierten sollen sich dabei die Wähler entscheiden.
Andere meinen, alle die im ersten Wahlgang über fünf Prozent erreicht hatten,
sollten wieder kandidieren dürfen. Wie es derzeit ausschaut, bleibt alles wie
es ist. Vielleicht mit einem Minireförmchen garniert.
Chancen
Drei
der Kandidaten beim ersten Wahlgang zur Bestimmung
des neuen Stuttgarter OBs glaubten, sie könnten mit ihren zusammen 88,4 Prozent der Wählerstimmen das
Rennen unter sich ausmachen. Der
CDU-Mann Wolfgang Schuster (35,2
Prozent), der Grüne Rezzo Schlauch
(30,6 Prozent) und der drittplazierte SPD-Kandidat Rainer Brechtken (22,6 Prozent). Aber dann kam aus dem
Nordschwarzwald der als Kennedy-Verschnitt wohlbekannte Pforzheimer
SPD-Oberbürgermeister Joachim Becker
und warf seinen Hut für den zweiten Wahlgang in den Ring. Die Genossen jaulten wehleidig auf. Allen voran SPD-Chef Ulrich
Maurer, der mit dem miesen Brechtken-Ergebnis nun schon seine zweite
Wahlschlappe in diesem Jahr einfuhr, ohne dafür Verantwortung übernehmen zu
wollen. Denn schon beim Landtagswahlergebnis mit mageren 25,1 Prozent, dem
schlechtesten Ergebnis in der Nachkriegsgeschichte, ließ Maurer den
Spitzenkandidaten Dieter Spöri allein
im Regen stehen. Jetzt wollen die Genossen in Stuttgart den „Genossen Becker“
aus der Partei ausschließen. Aber der meint, sein Genosse Maurer solle erst mal
beim Rechtsanwalt Maurer nachfragen, dann wisse er um die Chancen dieses
Verfahrens. Dabei müssen die SPD-Oberen auch bedenken, daß Kandidaten für
OB-Wahlen nicht von Parteien nominiert werden. Außerdem haben sich für den
zweiten Wahlgang auch einige Ulmer Jusos als Kandidaten gemeldet. Nun rätselt
man in der Landeshauptstadt, ob die heftigen Angriffe gegen Becker diesem nicht
eher nutzen. Schon bei der Bekanntgabe
seiner Kandidatur konnten manche rotgrünen Berichterstatter in Funk und
Fernsehen ihren Zorn kaum verhehlen. Jetzt aber ist der Rauch verflogen und
eine Umfrage der Stuttgarter Zeitung
sagt voraus: Schuster 41 Prozent, Schlauch 36 Prozent, Brechtken zwölf Prozent
und Becker sechs Prozent. Wenn die
Meinungsbefrager richtig gezählt haben, dann heißt der neue Stuttgarter
OB Wolfgang Schuster. Am Sonntagabend
wissen wir, wie Stuttgart gewählt hat.
Plateau-Sohlen
Die
einen finden es wunderbar, den anderen graust es schon beim Anblick. Dabei
hatten wir die Geschichte mit den
Plateau-Sohlen schon einmal. Nicht nur in diesem Jahrhundert. Auch in den
siebziger Jahren – zum Ausklang der Hippie-Flower-Power-Zeit. Und auch damals
schon schüttelten sich an der Vernunft orientierende Menschen ihre Köpfe. Es
ist halt Mode, auf hohen Sohlen einherzustolzieren. Sportmediziner und
Orthopäden warnen schon eindringlich vor den gesundheitlichen Risiken der neuen
Fußmodewelle. Denn in den Plateau-Schuhen würden sich die Zehen verkrallen, die
Muskulatur verspanne sich bis zu den Waden. Die Folge: Das Blut könne nicht
richtig zirkulieren – und staut sich. Krampfadern
müßten als Folge befürchtet werden. Außerdem werde das Gehen zum
Balanceakt. Bei bis zu zwanzig Zentimetern dicken Sohlen könne man auch tief
fallen. Stolpern mit Unfallfolge sei vorprogrammiert. Denn die natürliche Bewegung des Fußes und der Sprunggelenke sei ja erheblich
eingeschränkt. Plateausohlen, ein Fall für die Versicherung? Kann schon sein. Erich Kästner, der scharfe und
kritische Beobachter seiner Zeit, schrieb einst über die Moden folgende Zeilen:
„Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
Plötzlich färben sich die ‘Klassefrauen’, weil es Mode ist, die Nägel rot! Wenn
es Mode wird, sie abzukauen oder mit dem Hammer blauzuhauen tun sie’s auch. Und
freuen sich halbtot. Wenn es Mode wird, die Brust zu färben oder, falls man die
nicht hat, den Bauch ... Wenn es Mode wird als Kind zu sterben oder sich die
Hände gelbzugerben, bis sie Handschuhn ähneln, tun sie’s auch.“ Und
Kästners Fazit: „Denn sie fliegen wie
mit Engelsflügeln immer auf den ersten besten Mist. Selbst das Schienbein
würden sie sich bügeln! Und sie sind auf keine Art zu zügeln, wenn sie hören,
daß was Mode ist.“ Also dann lieber Plateausohlen tragen, oder Nasenringe –
mit dem Bügeln, das ist doch viel zu heiß!
Länger
einkaufen
Endlich
ist es soweit. Seit Montag können auch wir in Heilbronn und im Unterland bis um
20 Uhr einkaufen. Nicht in allen Geschäften. Manche haben ja nur bis 19 Uhr
geöffnet. Aber das pendelt sich schon
noch ein. Denn keiner der Geschäftsleute ist gezwungen, die Ladenschlußzeiten
auf den Gongschlag 20 Uhr einzuhalten. Daß die Kunden an einem Montag nicht
gerade die Geschäfte stürmen, das dürfte jedem vernünftigen Ladeninhaber von
Beginn an klar gewesen sein. In anderen Ländern Deutschlands, in denen am
vergangenen Freitag kein Feiertag war, soll in den Innenstädten der Teufel
losgewesen sein. Aber das war auch der Tag vor dem Samstag. Und was da schon
erledigt ist, braucht an einem Samstag, an dem jetzt nur noch bis 16 Uhr
geöffnet ist, schon nicht mehr eingekauft werden. Ich könnte mir allerdings
vorstellen, daß im neuen Jahr – nach den großen Weihnachtseinkäufen – sich
jeder so einrichten wird, daß seine Kundschaft zufrieden versorgt werden kann. Da werden dann einige Geschäftsleute ihre
Läden bis 18, andere bis 19 und wieder andere bis 20 Uhr geöffnet haben. Es
ist ja heute schon so, daß auch nicht alle Geschäfte in Dorf oder Stadt zur
gleichen Zeit am Morgen ihre Pforten für die Kunden öffnen. Warum sollten sie
dann alle zur gleichen Zeit schließen? Der kleine Tante-Emma-Laden, der
türkische Familienbetrieb oder das Kaufhaus auf der grünen Wiese werden bis 20
Uhr geöffnet haben und manche Fachgeschäfte ein wenig früher schließen. Auch
daran werden wir uns gewöhnen.
Teurer
Kontaktladen?
Der
umstrittene Kontaktladen für Drogensüchtige neben dem Heilbronner Hauptbahnhof
ist vom Heilbronner Gemeinderat beschlossen. Sozialdemokraten, FDP und Grüne
setzten den Standort durch, mit einer Mehrheit von 20 zu 18 Stimmen. Grob
geschätzt soll der Neubau auf dem Parkplatz-Gelände rund 550.000 Mark kosten.
Wenn ich die Planungen und Realisierungen der letzten Jahre bei der Stadt
hinzubedenke, dann könnte der Neubau so um die 800.000 Mark kosten. Aber wer
weiß, vielleicht klappt es ja diesmal mit den Berechnungen und man bleibt in
der geplanten Größenordnung. Trotzdem: Wenn dieser Kontaktladen zu einem neuen
Drogentreffpunkt in Heilbronn mutieren sollte, dann haben Grüne, FDP und SPD den Schwarzen Peter in der Hand. Denn
der Gemeinderatsbeschluß hat das über den Haufen geworfen, was einst geplant
war: nämlich Räume für diesen Kontaktladen in der Innenstadt Heilbronns
anzumieten. Leerstehende Geschäftsräume sind vorhanden – in Hülle und Fülle.
Nur will kaum jemand einen solchen Laden für Süchtige in seiner Wohnumgebung
dulden. Das erklärt die Zwickmühle, in der sich die Stadtverwaltung befindet. Hinzu kommt, daß die ohnehin von sozialen
Problemen arg geplagte Bevölkerung in der Bahnhofsvorstadt nun auch noch mit
einer neuen Belastung fertigwerden muß. Die Nähe von Kindergärten und
großen Schulen macht die Sache ja nicht einfacher. Aber – der Standort ist weit
weg von der City und anderen, besseren Wohngebieten. Die Bahnhofsvorstadt ist
ja nach 18 Uhr ohnehin ein „ruhiges Viertel“. Vielleicht hat auch diese
„Tatsache“ den Ausschlag bei der knappen Entscheidung gegeben.
Box-Illusion
Mit
der Dankbarkeit ist es so eine Sache. Zieht man den Duden zu Rate, ist
„Dankbarkeit“ das in Worten geäußerte Gefühl der Verpflichtung gegenüber einer
anderen Person, von der man Gutes erfahren hat. So sind wir ihm, Weltmeister
Henry Maske, zu Dank verpflichtet. Verneigt haben wir uns vor seiner Art des
Boxens. Voller Hochachtung waren wir für seine schmutzlosen und fairen
Darbietungen des Faustkampfes. Kurz gesagt, wir sind ihm dankbar, weil er Gutes
getan hat. Doch kann Boxen überhaupt gut sein? Ist Boxen, wie der Duden zum Begriff „gut“ weiß, vortrefflich und
besonderen Ansprüchen entsprechend? Die Ansprüche des „Gentleman“ waren
sicherlich ehrenwert – dem Charakter des Boxsports haben sie jedoch nicht
entsprochen. Das wahre Gesicht des Faustkampfes ist nach den letzten
mysteriösen Zwischenfällen erst richtig zum Vorschein gekommen. Das beste
Beispiel dürfte Graciano Rocchigiani sein. Boxen ist nicht gut, Boxen ist nicht
sauber, und Boxen ist nicht Henry Maske. „Sir“ Henry war doch nur ein schöner
Schein, sozusagen eine Art Maske. Er hat uns in seine eigene Welt entführt. Weg
von den Box-Skandalen, hinein in die Box-Illusion nach Frankfurt an der Oder.
Doch wie naiv von uns, zu glauben, sein Einfluß verändere die Boxwelt. Boxer
haben doch noch nie die Welt verändert. Trotzdem, schade, daß er geht, doch gut
zu wissen, daß es ihn gab.
Einer
bellt immer
Neulich
zu Besuch auf dem Lande: Ein guter Freund von mir hat sich aus Heilbronn
verzogen. Er dachte Landluft tut ihm besser als das ewige Geröhre
abgasmuffelnder Blechkarossen. Also hat der Mann sich einen überschaubaren Ort
am Rande der Weinberge gesucht und dort sein Eigenheim gebaut. Ab und zu statte
ich diesem neuen Landmenschen einen Besuch ab, in der Hoffnung dort auch einige
Stunden Ruhe zu finden. Weit gefehlt.
Als ich vor dem Haus des Freundes vorfahre – es ist etwa 20 Uhr an einem
Samstag – empfängt mich wütendes Gekläff. Ein ziemlich großer Hund bellt
mich aus dem Zwinger des Nachbarhauses an. Kaum hat mein Freund die Haustür
geöffnet, stimmen drei weitere Vierbeiner in lautes Gejaule und Geheule ein.
Dies soll die kommenden zwei Stunden ununterbrochen andauern. ,,Es ist seit geraumer Zeit immer so“,
bedauert mein Freund. Die unmittelbaren Nachbarn haben jeweils einen Hund und
die auf der anderen Straßenseite sogar zwei. Einer bellt immer. Und wenn dies nicht der Fall ist, miaunzen drei
Katzen. Die gehören dem Nachbarn schräg gegenüber. Fragt sich, wieviel Tier verträgt eigentlich der Mensch? Und noch
ein kleiner, aber ziemlich gewinnträchtiger Vorschlag: Wie wäre es, wenn
Finanzminister Theo Waigel von der
Vierbeinersteuer einen Batzen abzwacken würde. Unsere Haushaltslücken wären
schnell geschlossen – meint mein Freund.
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