Sonntag, 23. Februar 2014

Kiliansmännle, 06.11.1996




Was Heiligs
Es ist noch gar nicht lange her, da wurden die Grundstückseigentümer im Obersulmer Baugebiet Hüttenäcker II von ihrer Gemeinde darüber informiert, daß der Flächenabzug vom Bauerwartungsland zum späteren Bauplatz 45 Prozent betragen wird. Und das bei uns im Ländle, wo man auf „sei Sach“ ordentlich acht gibt und nichts verschenkt – auch nicht an die Gemeinde. Für manche ist der Abzug in dieser Höhe von ihrem Grund und Boden absolut unverständlich und nicht zu begründen. Denn auf einmal – wie von Zauberhand – habe die Gemeinde im Obersulmer Baugebiet Hüttenäcker II rund sechs Bauplätze hinzugewonnen, obwohl die Gemeindefläche zuvor äußerst gering ausgewiesen war.  Und das resultierte schlicht aus dem Vorgang, daß der tatsächliche Flächenverbrauch für Straßen etc. nur rund 15 bis 20 Prozent betrage. Von 45 zu 20 Prozent, da bleibt schon was hängen. Bisher sei nämlich ein Flächenabzug von 30 bis 35 Prozent üblich gewesen – und ist es offensichtlich noch in vielen Gemeinden des Landkreises Heilbronn so. Auch bei diesen Zahlen bleibt die eine oder andere Mark im Rathaussäckel hängen. Wegen der 45 Prozent Flächenabzug rumort es jetzt kräftig in Obersulm. Und einige haben sich auch schon massiv beim Vermessungsamt über das Vorgehen ihrer Gemeinde beschwert. Anklagende Frage in Obersulm: Soll der Bau eines Eigenheims tatsächlich nur noch Reichen möglich sein? Ich meine: Nein. Die Zeiten sind hart. Auch der kleine Mann muß sparen. Vor allem, wenn  es um seine Äckerle geht. Die sind bei uns im Ländle fast schon was Heiligs.

Taxi-Boot
Das war schon eine tolle Idee mit dem Taxi-Boot auf dem Neckar in Heilbronn. In der Vorweihnachtszeit soll es wieder an den vier langen Samstagen eingesetzt werden. Dieser Tage versuchen die Heilbronner Kaufleute und der Gastronom Thomas Aurich in vielen Verhandlungen, das Angebot „Taxiboot“ für Heilbronn zu erhalten. Der Eigentümer will nämlich das Schiff eventuell verkaufen. Seit Monaten laufen Verhandlungen, die inzwischen sogar bis zu einem Vertragsentwurf gediehen seien. Sollte es zu einem erfolgreichen Abschluß mit der Firma Stumpf kommen, so ist beabsichtigt, den Taxi-Boot-Service bis nach Sontheim im Rahmen einer Art Linienverkehr zu erweitern. Dazu müßte allerdings die Stadt bereit sein, einen ähnlichen Zuschuß wie beim öffentlichen Nahverkehr bereitzustellen. Bei sechs Monaten Betrieb würden sich die Gesamtkosten einschließlich Anschaffung auf insgesamt rund 47.000 Mark belaufen.  Beim Taxi-Boot gehe es nämlich nicht nur um den Erhalt einer Beförderungsmöglichkeit, sondern auch um eine hochwertige Imagekomponente für die Stadt, die Symbolcharakter besitzt.  „Wir brauchen Schützenhilfe“, so Gottfried Friz von den Kaufleuten. In einer Umfrage soll die Bevölkerung ihre Meinung zum Thema Taxi-Boot abgeben. Ein Taxi-Boot als Teil der Heilbronner Verkehrsbetriebe? Ein schöner Gedanke. Aber bei dem Defizit, das der öffentliche Personennahverkehr immer noch einfährt, sind zusätzliche Belastungen kaum mehr zu verkraften. Hinzu kommt die prekäre Lage der Heilbronner Finanzen. Da muß dann wohl die Privatinitiative der Geschäftsleute allein herhalten. Wie sagte mir neulich ein Heilbronner Geschäftsmann: Mehr Kunden in die Innenstadt, ja. Aber nicht mit zusätzlichen staatlichen Subventionen. Ich meine auch, die Gesundung der Wirtschaft kann nur aus eigener Kraft kommen.

Ecstasy
Sie ist klein, rund, buntgefärbt, mit Bildchen versehen und befreit von Ängsten, setzt Hemmschwellen herab und wirkt kontaktfördernd – die Designerdroge Ecstasy, XTC oder einfach nur E. Wie jede Droge hat auch diese harmlos aussehende Tablette Nebenwirkungen. Bei E reichen sie von Herzrasen und hohem Blutdruck bis hin zu Hirnblutungen. Da die Modedroge zudem das Durstgefühl vermindert, besteht vielfach die Gefahr, daß bei hoher körperlicher Belastung der Körper innerlich austrocknet. Ein Wolf im Schafspelz also. Zu den Hauptkonsumenten zählen laut Pressemeldungen Gymnasiasten, Abiturienten und Studenten, weil diese den größten Teil der Technoszene ausmachen und sich bei einem Mega-Rave die wachhaltende Wirkung der Droge zunutze machen. Interessant wäre es zu erfahren, wie man das festgestellt hat? Denn garantiert nicht jeder Raver greift auf E zurück und eine Umfrage unter obigen Schichten nach dem Motto "Entschuldigung, nehmen Sie Ecstasy?" kann's wohl auch nicht gewesen sein. Sei's drum. Auf jeden Fall hat man jetzt Drogenberatungslehrer an Heilbronner Gymnasien eingesetzt, die Schüler über die Gefährlichkeit der Droge beraten sollen. Aufklärung ist ja gut und schön. Aber wer vertraut sich bei einem wirklichen Suchtproblem seinem Lehrer an? Geholfen werden muß, denn Ecstasy hat schon einige Menschenleben gefordert. Besser angebracht wären aber anonyme Informationsstellen und Suchthilfen  direkt vor der vermeintlichen Höhle des Löwen, sprich vor Deutschlands Technobunkern.

Stichwahl
Wer in Baden-Württemberg für den Posten eines OBs oder Bürgermeisters kandidieren will, der muß nur eine Postkarte mit der Bewerbung abschicken – und schon geht’s los. Sogenannten Juxkandidaten ist damit Tür und Tor geöffnet. Die Stuttgarter OB-Wahl zeigt es mal wieder mit fast 40 Kandidaten im ersten und auch im zweiten Wahlgang, und auch die Heilbronner haben ihre leidvollen Erfahrungen bei der letzten OB-Wahl damit machen müssen. Der Gesetzgeber hätte schon längst handeln müssen. Aber da gibt es viele Bedenkenträger in allen Parteien und Wählergruppierungen. Unterschriften bei den Bürgern sammeln, um damit sich als Kandidat einschreiben zu lassen ist ein Vorschlag. Eine schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf und Paßbild ist vom potentiellen Kandidaten beim Rathaus abzugeben – ein anderer Vorschlag. Auch daß man eine Bewerbergebühr erhebt oder eine Kaution im Vorfeld verlangt, ist im Gespräch. Vorschläge für die Zulassung von Kandidaten sind derzeit wohlfeil. Nur Handeln will niemand. Kann im ersten Wahlgang keiner der Bewerber mehr als fünfzig Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen, muß ein zweiter bei uns im Ländle angesetzt werden. Und für den kann sich dann wieder bewerben, wer immer will. Stichwahl lautet im Moment hier das Zauberwort. Zwischen den im ersten Wahlgang Erst- und Zweitplazierten sollen sich dabei die Wähler entscheiden. Andere meinen, alle die im ersten Wahlgang über fünf Prozent erreicht hatten, sollten wieder kandidieren dürfen. Wie es derzeit ausschaut, bleibt alles wie es ist. Vielleicht mit einem Minireförmchen garniert.

Chancen
Drei der Kandidaten beim ersten Wahlgang zur Bestimmung des neuen Stuttgarter OBs glaubten, sie könnten mit ihren zusammen 88,4 Prozent der Wählerstimmen das Rennen unter sich ausmachen.  Der CDU-Mann Wolfgang Schuster (35,2 Prozent), der Grüne Rezzo Schlauch (30,6 Prozent) und der drittplazierte SPD-Kandidat Rainer Brechtken (22,6 Prozent). Aber dann kam aus dem Nordschwarzwald der als Kennedy-Verschnitt wohlbekannte Pforzheimer SPD-Oberbürgermeister Joachim Becker und warf seinen Hut für den zweiten Wahlgang in den Ring. Die Genossen jaulten wehleidig auf. Allen voran SPD-Chef  Ulrich Maurer, der mit dem miesen Brechtken-Ergebnis nun schon seine zweite Wahlschlappe in diesem Jahr einfuhr, ohne dafür Verantwortung übernehmen zu wollen. Denn schon beim Landtagswahlergebnis mit mageren 25,1 Prozent, dem schlechtesten Ergebnis in der Nachkriegsgeschichte, ließ Maurer den Spitzenkandidaten Dieter Spöri allein im Regen stehen. Jetzt wollen die Genossen in Stuttgart den „Genossen Becker“ aus der Partei ausschließen. Aber der meint, sein Genosse Maurer solle erst mal beim Rechtsanwalt Maurer nachfragen, dann wisse er um die Chancen dieses Verfahrens. Dabei müssen die SPD-Oberen auch bedenken, daß Kandidaten für OB-Wahlen nicht von Parteien nominiert werden. Außerdem haben sich für den zweiten Wahlgang auch einige Ulmer Jusos als Kandidaten gemeldet. Nun rätselt man in der Landeshauptstadt, ob die heftigen Angriffe gegen Becker diesem nicht eher nutzen. Schon bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur konnten manche rotgrünen Berichterstatter in Funk und Fernsehen ihren Zorn kaum verhehlen. Jetzt aber ist der Rauch verflogen und eine Umfrage der Stuttgarter Zeitung sagt voraus: Schuster 41 Prozent, Schlauch 36 Prozent, Brechtken zwölf Prozent und Becker sechs Prozent. Wenn die   Meinungsbefrager richtig gezählt haben, dann heißt der neue Stuttgarter OB  Wolfgang Schuster. Am Sonntagabend wissen wir, wie Stuttgart gewählt hat.

Plateau-Sohlen
Die einen finden es wunderbar, den anderen graust es schon beim Anblick. Dabei hatten wir die Geschichte mit den Plateau-Sohlen schon einmal. Nicht nur in diesem Jahrhundert. Auch in den siebziger Jahren – zum Ausklang der Hippie-Flower-Power-Zeit. Und auch damals schon schüttelten sich an der Vernunft orientierende Menschen ihre Köpfe. Es ist halt Mode, auf hohen Sohlen einherzustolzieren. Sportmediziner und Orthopäden warnen schon eindringlich vor den gesundheitlichen Risiken der neuen Fußmodewelle. Denn in den Plateau-Schuhen würden sich die Zehen verkrallen, die Muskulatur verspanne sich bis zu den Waden. Die Folge: Das Blut könne nicht richtig zirkulieren – und staut sich. Krampfadern müßten als Folge befürchtet werden. Außerdem werde das Gehen zum Balanceakt. Bei bis zu zwanzig Zentimetern dicken Sohlen könne man auch tief fallen. Stolpern mit Unfallfolge sei vorprogrammiert. Denn die natürliche  Bewegung des Fußes  und der Sprunggelenke sei ja erheblich eingeschränkt. Plateausohlen, ein Fall für die Versicherung? Kann schon sein. Erich Kästner, der scharfe und kritische Beobachter seiner Zeit, schrieb einst über die Moden folgende Zeilen: „Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen? Plötzlich färben sich die ‘Klassefrauen’, weil es Mode ist, die Nägel rot! Wenn es Mode wird, sie abzukauen oder mit dem Hammer blauzuhauen tun sie’s auch. Und freuen sich halbtot. Wenn es Mode wird, die Brust zu färben oder, falls man die nicht hat, den Bauch ... Wenn es Mode wird als Kind zu sterben oder sich die Hände gelbzugerben, bis sie Handschuhn ähneln, tun sie’s auch.“ Und Kästners Fazit: „Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln immer auf den ersten besten Mist. Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln! Und sie sind auf keine Art zu zügeln, wenn sie hören, daß was Mode ist.“ Also dann lieber Plateausohlen tragen, oder Nasenringe – mit dem Bügeln, das ist doch viel zu heiß!

Länger einkaufen
Endlich ist es soweit. Seit Montag können auch wir in Heilbronn und im Unterland bis um 20 Uhr einkaufen. Nicht in allen Geschäften. Manche haben ja nur bis 19 Uhr geöffnet. Aber das pendelt sich schon noch ein. Denn keiner der Geschäftsleute ist gezwungen, die Ladenschlußzeiten auf den Gongschlag 20 Uhr einzuhalten. Daß die Kunden an einem Montag nicht gerade die Geschäfte stürmen, das dürfte jedem vernünftigen Ladeninhaber von Beginn an klar gewesen sein. In anderen Ländern Deutschlands, in denen am vergangenen Freitag kein Feiertag war, soll in den Innenstädten der Teufel losgewesen sein. Aber das war auch der Tag vor dem Samstag. Und was da schon erledigt ist, braucht an einem Samstag, an dem jetzt nur noch bis 16 Uhr geöffnet ist, schon nicht mehr eingekauft werden. Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß im neuen Jahr – nach den großen Weihnachtseinkäufen – sich jeder so einrichten wird, daß seine Kundschaft zufrieden versorgt werden kann. Da werden dann einige Geschäftsleute ihre Läden bis 18, andere bis 19 und wieder andere bis 20 Uhr geöffnet haben. Es ist ja heute schon so, daß auch nicht alle Geschäfte in Dorf oder Stadt zur gleichen Zeit am Morgen ihre Pforten für die Kunden öffnen. Warum sollten sie dann alle zur gleichen Zeit schließen? Der kleine Tante-Emma-Laden, der türkische Familienbetrieb oder das Kaufhaus auf der grünen Wiese werden bis 20 Uhr geöffnet haben und manche Fachgeschäfte ein wenig früher schließen. Auch daran werden wir uns gewöhnen.

Teurer Kontaktladen?
Der umstrittene Kontaktladen für Drogensüchtige neben dem Heilbronner Hauptbahnhof ist vom Heilbronner Gemeinderat beschlossen. Sozialdemokraten, FDP und Grüne setzten den Standort durch, mit einer Mehrheit von 20 zu 18 Stimmen. Grob geschätzt soll der Neubau auf dem Parkplatz-Gelände rund 550.000 Mark kosten. Wenn ich die Planungen und Realisierungen der letzten Jahre bei der Stadt hinzubedenke, dann könnte der Neubau so um die 800.000 Mark kosten. Aber wer weiß, vielleicht klappt es ja diesmal mit den Berechnungen und man bleibt in der geplanten Größenordnung. Trotzdem: Wenn dieser Kontaktladen zu einem neuen Drogentreffpunkt in Heilbronn mutieren sollte, dann haben Grüne, FDP und SPD den Schwarzen Peter in der Hand. Denn der Gemeinderatsbeschluß hat das über den Haufen geworfen, was einst geplant war: nämlich Räume für diesen Kontaktladen in der Innenstadt Heilbronns anzumieten. Leerstehende Geschäftsräume sind vorhanden – in Hülle und Fülle. Nur will kaum jemand einen solchen Laden für Süchtige in seiner Wohnumgebung dulden. Das erklärt die Zwickmühle, in der sich die Stadtverwaltung befindet. Hinzu kommt, daß die ohnehin von sozialen Problemen arg geplagte Bevölkerung in der Bahnhofsvorstadt nun auch noch mit einer neuen Belastung fertigwerden muß. Die Nähe von Kindergärten und großen Schulen macht die Sache ja nicht einfacher. Aber – der Standort ist weit weg von der City und anderen, besseren Wohngebieten. Die Bahnhofsvorstadt ist ja nach 18 Uhr ohnehin ein „ruhiges Viertel“. Vielleicht hat auch diese „Tatsache“ den Ausschlag bei der knappen Entscheidung gegeben.

Box-Illusion
Mit der Dankbarkeit ist es so eine Sache. Zieht man den Duden zu Rate, ist „Dankbarkeit“ das in Worten geäußerte Gefühl der Verpflichtung gegenüber einer anderen Person, von der man Gutes erfahren hat. So sind wir ihm, Weltmeister Henry Maske, zu Dank verpflichtet. Verneigt haben wir uns vor seiner Art des Boxens. Voller Hochachtung waren wir für seine schmutzlosen und fairen Darbietungen des Faustkampfes. Kurz gesagt, wir sind ihm dankbar, weil er Gutes getan hat. Doch kann Boxen überhaupt gut sein? Ist Boxen, wie der Duden zum Begriff „gut“ weiß, vortrefflich und besonderen Ansprüchen entsprechend? Die Ansprüche des „Gentleman“ waren sicherlich ehrenwert – dem Charakter des Boxsports haben sie jedoch nicht entsprochen. Das wahre Gesicht des Faustkampfes ist nach den letzten mysteriösen Zwischenfällen erst richtig zum Vorschein gekommen. Das beste Beispiel dürfte Graciano Rocchigiani sein. Boxen ist nicht gut, Boxen ist nicht sauber, und Boxen ist nicht Henry Maske. „Sir“ Henry war doch nur ein schöner Schein, sozusagen eine Art Maske. Er hat uns in seine eigene Welt entführt. Weg von den Box-Skandalen, hinein in die Box-Illusion nach Frankfurt an der Oder. Doch wie naiv von uns, zu glauben, sein Einfluß verändere die Boxwelt. Boxer haben doch noch nie die Welt verändert. Trotzdem, schade, daß er geht, doch gut zu wissen, daß es ihn gab.

Einer bellt immer
Neulich zu Besuch auf dem Lande: Ein guter Freund von mir hat sich aus Heilbronn verzogen. Er dachte Landluft tut ihm besser als das ewige Geröhre abgasmuffelnder Blechkarossen. Also hat der Mann sich einen überschaubaren Ort am Rande der Weinberge gesucht und dort sein Eigenheim gebaut. Ab und zu statte ich diesem neuen Landmenschen einen Besuch ab, in der Hoffnung dort auch einige Stunden Ruhe zu finden. Weit gefehlt. Als ich vor dem Haus des Freundes vorfahre – es ist etwa 20 Uhr an einem Samstag – empfängt mich wütendes Gekläff. Ein ziemlich großer Hund bellt mich aus dem Zwinger des Nachbarhauses an. Kaum hat mein Freund die Haustür geöffnet, stimmen drei weitere Vierbeiner in lautes Gejaule und Geheule ein. Dies soll die kommenden zwei Stunden ununterbrochen andauern. ,,Es ist seit geraumer Zeit immer so“, bedauert mein Freund. Die unmittelbaren Nachbarn haben jeweils einen Hund und die auf der anderen Straßenseite sogar zwei. Einer bellt immer. Und wenn dies nicht der Fall ist, miaunzen drei Katzen. Die gehören dem Nachbarn schräg gegenüber. Fragt sich, wieviel Tier verträgt eigentlich der Mensch? Und noch ein kleiner, aber ziemlich gewinnträchtiger Vorschlag: Wie wäre es, wenn Finanzminister Theo Waigel von der Vierbeinersteuer einen Batzen abzwacken würde. Unsere Haushaltslücken wären schnell geschlossen – meint mein Freund.

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