Autobahngebühr
Die
Schweizer haben sie, die Franzosen lassen sich jeden Kilometer einzeln bezahlen
und nun will auch die Republik Österreich alle Durchreisenden mit einer
Vignette für die Benutzung ihrer Autobahnen blechen lassen. Nur die
Deutschen stellen ihre
Hochgeschwindigkeitsstraßen kostenlos zur Verfügung. Warum eigentlich? Die
meisten Bundesbürger würden vermutlich gerne eine jährliche Maut, sagen wir von
50 oder auch 100 Mark, bezahlen. Die Forderung nach einer Gebühr klingt
ungewöhnlich und setzt voraus, daß In- und Ausländer im Zuge der europäischen
Einigung die gleiche Gebühr berappen. Mit
der biblischen Formel „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ hat dies wenig zu tun. Es
geht vielmehr um Gerechtigkeit: Der Deutsche zahlt in Österreich und der
Österreicher in Deutschland. Und niemand muß sich darüber aufregen, daß wir
in Frankreich, Österreich und der Schweiz Autobahngebühren zahlen, während alle
Ausländer unsere Straßen überfüllen und unsere Luft verpesten. Eine Abgabe, die
jedem einleuchtet und keinem weh tut. Ganz zu schweigen von den Einnahmen, die
unser Staat gut gebrauchen könnte. Damit ließe sich zum Beispiel der Ausbau der
A6 finanzieren. Die Folge wären weniger Staus, und die Städte Bad Rappenau,
Heilbronn und Weinsberg würden endlich aus den halbstündigen
Verkehrsmeldungen im Radio verschwinden.
Auf solche Werbung können sie ohne Probleme verzichten.
Bier
und Wein
Es
war nicht ganz so wie erhofft, aber besser als erwartet. Sagten die
Schausteller auf dem Unterländer Volksfest. Die Regentage kurz vor dem Ende an
diesem Montag brachten einen kleinen Einbruch. Doch Bernhard Winkler,
Heilbronns Verkehrsdirektor, zählte
allein schon bis zum Sonntag rund 280.000 Besucher. Wie er das immer
fertigbringt – mit seiner Zählerei?!? Das werde ich nie kapieren. Pi x
Daumen x Quadratmeter oder so ähnlich soll die Zauberformel heißen. Aber im Zählen und Hochrechnen war der „Lange“ ja immer
schon stark (stärker als andere Kollegen auf dem Rathaus). Zum Beispiel hat er
errechnet, daß in 357 Tagen das nächste Unterländer Volksfest startet. Am 1.
August 1997 um 17.30 Uhr soll es wieder heißen: „Ein Prosit auf die
Gemütlichkeit beim 71. Jahr Unterländer Volksfest mit Herz 1997“. Ich kann mir
nicht vorstellen, daß so ein komplizierter Spruch jemandem über die Lippen
kommt. Aber angestochen wird das Faß Bier vom OB dann schon. Hoffentlich mit so
wenigen Spritzern wie heuer. Und auch die Stuttgarter Dinkelacker Brauerei wird
mit ihrem Cluss-Bier wieder mit von der Partie sein. Die Frage ist, ob bis
dahin schon die Pläne für die Hausbrauerei im Hagenbucher vorangeschritten
sind. Vier Millionen wollen die Stuttgarter investieren. Aber unsere Stadträte
bleiben skeptisch und fragen sich, wieviel die Stadt als Subvention dazugibt –
und ob wir uns das heutzutage noch leisten können. Übrigens: In der Nacht zum
Dienstag sollen ab Mitternacht eine Million Glühbirnen abgebaut und 200 Wagenladungen verstaut worden sein. Die Göckelesmaier-Karawane zog weiter, zum
nächsten Volksfest, dem Bietigheimer Pferdemarkt. Für die Stadt Heilbronn
heißt der nächste „Veranstaltungshöhepunkt“: Das 26. Heilbronner Weindorf vom
12. bis 20. September. Na dann, prost.
Bußgelder
Mit
dem Knöllchen-Geld stopfen die Kommunen zunehmend ihre Löcher in den
Stadtsäckeln. Das behaupten nicht nur gestreßte Autofahrer und viele Experten,
sondern jetzt auch Deutschlands größte Sonntagszeitung BamS. Das Geld von
Falschparkern, Rotlichtsündern und Rasern
sei schon lange fester Bestandteil im Hauhaltsplan der Städte und
Gemeinden. Und einige geben das auch ganz offen und ungeniert zu. Unter der
Überschrift „Heidelberg ist Spitze, und
Berlin will 100 Millionen“ wurde eine Hitliste deutscher Großstädte
veröffentlicht, in der die Einnahmen an Bußgeldern pro Bürger aufgelistet wurde.
Die ersten fünf Plätze belegen folgende Städte: Heidelberg (55,03 Mark
Einnahmen pro Einwohner), Karlsruhe (51,08 Mark), Stuttgart (43,07 Mark),
Heilbronn (40,85 Mark) und Ulm (39,19 Mark). Die Schlußlichter dieser Liste:
Fürth (8,27 Mark), Nürnberg (7,00 Mark) und Bochum (5,95 Mark).Verkehrsexperten
wenden sich jetzt immer mehr gegen die rabiate Abkassiererei der Städte und
Gemeinden: „Die Gemeinden schaffen sich Meßgeräte an, um die eigene Kasse zu
füllen, sagt Wolf-Dieter Beck, Rechtsexperte beim ADAC. „Das Ganze hat nichts mehr mit Verkehrssicherheit zu tun: Es wird
vielfach dort gemessen, wo es die Verkehrslage nicht erforderlich macht.“
Dabei soll sogar für Angestellte im Außendienst in manchen Städten „eine
Knöllchen-Quote“ vorgegeben sein: Pro Person und Monat 400 Tickets im Soll. Daß
Heilbronn im Reigen des „Abzockens“ mit an der vordersten Stelle steht, wirft
kein gutes Licht auf die Käthchenstadt, die unter starken Image-Problemen
derzeit zu leiden hat. Aber wie ich die Stadtväter Heilbronns kenne, dann sehen
sie in diesen Zahlen überhaupt kein Problem. In der Stadt stehe alles zum
Besten. Denn schließlich habe die Verkehrsberuhigung zu „beeindruckenden
Ergebnissen“ geführt. Zum Beispiel: Weniger Tote auf den Straßen. „Abzockerei“
jedoch bedeutet nur ein Auswuchern eigentlich sinnvoller Maßnahmen.
Schlußverkauf
Die
Streiks im Einzelhandel haben dem Sommerschlußverkauf offenbar weniger
zugesetzt als zunächst befürchtet. Vor allem die anfangs dunklen Mienen der
Textileinzelhändler hellten sich im Laufe der SSV-Tage auf. Erfreulich wäre der
Verkauf gelaufen, hieß es bei den Heilbronner Kaufleuten. Die Kaufhäuser in und
um Heilbronn zeigten sich in ihren Äußerungen da weniger enthusiastisch.
Verständlich. Denn die wirtschaftliche Situation hat sich nicht verbessert, im
Gegenteil. Und eine Tendenz zu einem positiven Umschwung ist noch nicht zu
erkennen. Wer demnächst noch in den
Urlaub fahren wird, kann sich dieses oder jenes Schnäppchen für seinen
sommerlichen Kleiderschrank sichern. Auch wenn die Regale jetzt schon mit
Herbst- und Winterware gefüllt werden. Es soll ja übrigens ganz clevere Kunden
geben, die zu Beginn des Sommers durch die einzelnen Läden streifen, sich dies
und jenes zeigen lassen, auch mal in ein Kleidungsstück hineinschlupfen, um es
sich ganz genau zu merken und dann später im SSV danach zu fahnden. Das nenne
ich Sparsamkeit, die unserer Landschaft angemessen ist. Aber dazu muß man Zeit
haben, viel Zeit. Und die kostet bekanntlich auch Geld. Was mich an diesem
Sommerschlußverkauf jedoch gestört hat, das sind die seltsamen Streiks, die in
einigen größeren Städten durchgeführt wurden. Nachdem die Gewerkschaften mit
ihren Plänen bei den Ladenöffnungszeiten gescheitert sind, versuchen sie jetzt
über Lohnforderungen die 20 Uhr-Grenze für große Geschäfte unattraktiv zu
machen. Etwa, um die kleinen Familienbetriebe zu stärken, in denen kaum
gewerkschaftlich Organisierte ihren Lebensunterhalt verdienen? Ich bin
gespannt, wie attraktiv die Händler die Möglichkeit zu verlängerten Ladenöffnungszeiten
für ihre Kunden gestalteten. Irgendwann, wenn
sich dieses Jahr seinem Ende zuneigt.
Sommerzeit
Sommerpause
in der Politik. Die Stallwachen in den Ministerien produzieren die
Schlagzeilen. Was jetzt im August so angeregt und durchdiskutiert wird, hat ein
schnelles Verfallsdatum, das teilweise nach ein bis zwei Tagen schon einsetzt.
Ein Teil der CDU-Spitze im Unterland (Thomas
Strobl, Kreisvorsitzender, Helga
Drautz-Oertel, Vorsitzende des Stadtverbands Heilbronn und Walter Schwaß, Pressesprecher des
Kreisverbands) hatte zur traditionellen Pressekonferenz auf den Heilbronner
Wartberg eingeladen. Die Themen:
Forderung nach einem Haushaltsstrukturgesetz des Bundes zugunsten der Länder;
zügige Umsetzung des neuen Sozialhilferechts; Weiterentwicklung des Region
Franken; Forderung nach einer innovativen Umweltpolitik im Lande
Baden-Württemberg (im Kontrast zur SPD-Umweltpolitik in der großen Koalition);
Verstärkung der Wirtschaftsförderung für die Region; Aufforderung an den
Heilbronner Einzelhandel, die neuen
Ladenschlußzeiten voll auszuschöpfen; alkoholbedingte Gefahren im
Straßenverkehr, wobei weniger Promille nicht mehr Verkehrssicherheit
garantieren; Forderung nach einer Anti-Korruptionsstelle bei der
Gemeindeprüfungsanstalt; Einführung der Kronzeugenregelung bei
Korruptionsdelikten; und „Pilotprojekt Kaiserstraße geplatzt“. Der zuständige
Bürgermeister in Heilbronn, der Verkehrsdezernent Harald Friese antwortete
dieser Tage dem CDU-Kreisvorsitzenden Thomas Strobl in einem Offenen Brief, der mit
dem Satz endete: „Auf welchen Fakten und sachlichen Überlegungen beruht also
ihre Forderung: „Es muß endlich Schluß sein mit Straßen-, Verkehrsberuhigungs-
und Parkierungsregelung, die sich gegen die Bürger richten, und unseren
Einzelhandel kaputtmachen?“. Kommunalpolitischer Schlagabtausch in der
Sommerpause. Die nächste Runde bitte!
Festspiele
Festspiele
im Sommer. Da denkt der unbedarfte Leser zunächst an die international
bekannten und berühmten sommerlichen
Kulturereignisse – in Bayreuth oder Salzburg. Dort, wo die Reichen und
Schönen teilweise im (geliehenen) Rolls-Royce vorfahren, um zu zeigen, wo sie
vom Volk eingestuft werden möchten. Auf kulturellem Bundesliganiveau sind dann
die Klang-Ereignisse beim Schleswig-Holstein-Musik-Festival oder den Opernfestspielen
in München einzuordnen. Dort reicht schlichte festliche Kleidung aus, um sich
angemessen dem Kunstgenuß hinzugeben. Die Stufe danach: Die Schauspiel- und
Musical-Aufführungen in Bad Hersfeld, Schwäbisch Hall, Jagsthausen, Ettlingen
oder Wunsiedel. Oberliga sozusagen. Hier reichen Pullover und Straßenkleidung
aus. Und darunter noch die Landesliga – Neuenstadt am Kocher, Stetten oder
Möckmühl. Bei uns im Gäu dürfte Jagsthausen mit seinen Götzfestspielen im Burghof das herausragende sommerliche Kulturereignis
sein. Theater mit Mimen, die man aus Fernsehserien und einem Werbespot kennt,
wie Heilbronns Intendant Klaus Wagner kürzlich darlegte. Dort in der Burg wurde
vor wenigen Tagen von Alexandra Freifrau von Berlichingen, der Ersten
Vorsitzenden der Burgfestspiele, der „Intendant und künstlerische Leiter“ Arnold Petersen (69) nach zwei Jahren
Tätigkeit verabschiedet. Ein gefragter Mann (früher Intendant des
Nationaltheaters Mannheim), der in ganz Deutschland noch als Interimsleiter von
Staatstheatern gehandelt wird. Mit den Burgfestspielen hatte er Neuland
betreten, wollte im Freilichttheater ein wenig vom wilden Interpretations-Geist
der Staatstheater-Inszenierungen einfließen lassen. Aber damit war in
Jagsthausen kein Staat zu machen. Mal sehen, was der neue Mann Jochen Striebeck den Jagsthäusern und
ihrem Publikum zu bieten hat – ab der kommenden Spielzeit 1997.
City-Trouble
Der
Berliner Platz soll überbaut werden. Seit der Einweihung des Heilbronner
Stadttheaters im Jahre 1982 ist ein Teil des Platzes zur Schotterwüste
verkommen. Geparkt werden darf dort nicht. Die Bewohner Heilbronns und die
Gäste aber können dieses Zeichen Heilbronner Ohnmacht als Indiz für Unfähigkeit
seit Jahren bewundern. Zunächst sollte das Kaufhaus Breuninger dort ansiedeln. Aber
dieses erfolgreiche Unternehmen schaute sich die Querelen in der Stadt nur eine
kurze Zeit lang an – und verzichtete. Jetzt
soll ein Stuttgarter Unternehmen einen Komplex mit Geschäften, Großkino und
Theater dort bauen. Und die klugen Stadtväter Heilbronns unterrichteten den
vorhandenen Kinobetreiber noch nicht einmal über die Pläne, geschweige denn
befragten ihn, ob er dort einziehen wolle. Jetzt verhandelt der mit der Stadt
Neckarsulm über ein Großkino auf der grünen Wiese – und das Heilbronner Berliner-Platz-Projekt
gerät bedenklich ins Wackeln. Wen wundert’s, wenn so „klug“ Kommunalpolitik
gemacht wird. Die Neckarsulmer brauchen überhaupt keine Gewissensbisse zu
haben. Die Zeiten sind hart. Jeder muß in der Wirtschaftskrise gucken, wo er
bleibt. Und Heilbronn befragt seine Umlandgemeinden auch nicht, wenn es
großfliegende Pläne hegt, die nicht nur zum Vorteil für die kleineren Städte
und Gemeinden sind – siehe Regionalflughafen. Da stellt sich der Heilbronner OB
hin und verkündet seine Befürwortung, ohne sich groß mit den Bürgermeistern im
Landkreis abzusprechen. Und hinzu kommt: Die
Heilbronner Innenstadt ist ein Krankheitsfall. Das können selbst
wohlmeinende Stadträte nicht mehr bestreiten. Sie jammern aber nur, klagen
darüber, daß nicht alle in Heilbronn an einem Strang ziehen. Ja, wenn's keinen
Strang gibt und keiner ihn herstellt, dann kann man auch nicht ziehen.
König
Fußball
Es
ist mal wieder soweit. Wer jetzt nicht weiß, wovon ich rede, der werfe einen
Blick in die Glotze. König Fußball hat uns wieder. Am kommenden Freitag beginnt
für viele endlich wieder die Fußball-Bundesliga. Zwar wurde den Enthusiasten
das lange Warten durch Bertis Buben und den Gewinn der Europameisterschaft
versüßt, die Cola-Olympiade versuchte ebenso das Fußball-Sommerloch zu stopfen,
doch was sind schon mehrwöchig andauernde Sportereignisse gegen das Fiebern
über 34 Wochen Nettofußball? Außerdem: Ist unsere Fußballbundesliga nicht ein
bißchen wie das richtige Leben? Lindenstraßenmäßig kommen doch auch hier alle
Probleme, die durch unsere Gesellschaft wabern,
zur Geltung: Zum Beispiel das Thema Überalterung. Kann der „Rentnerverein“ aus Bielefeld (das Durchschnittsalter der
Arminia soll so rund 67,4 Jahre betragen) im sportlichen Vergleich der jungen
Hüpfer mithalten? Schaffen es die Bayern aus München, mittlerweile fest in
italienischer Hand, endlich einmal wieder Deutscher Meister zu werden, oder
gelingt es Dauerintrigant „Loddar“, Haß und Zwietracht innerhalb der Mannschaft
zu säen und den Titelgewinn zu vereiteln? Ganz ehrlich gesagt: Freuen würde es
uns doch fast alle, wenn wieder einmal das schwarzgelbe Lazarett aus Dortmund
oder noch besser unser schwäbischer Dribblerverein VfB Stuttgart – hoffentlich
verläuft die Verpflichtung eines neuen Trainers (Fringer geht ja in die
Schweiz) nicht ähnlich wie der Fall Andreas K. – Titelgewinner werden würde.
Die Antworten auf diese Fragen werden Sie und ich im Laufe der Spielzeit
sicherlich erhalten. Da ich vom Turm live nur den VfR Heilbronn sehe, muß mein
Blick auch gelegentlich voyeurhaft in die Wohnzimmer wandern – zu den Altären,
auf denen das Allerheiligste der Fußballzeit steht: ein Farbfernsehgerät
(möglichst mit Premiere).
Es
herbstelt
Von
der Sonne verwöhnt – wurden wir im
Unterland bis zum Wochenende. Dann kam der große Regen. Nach diesem Sommer in
deutschen Landen verstehe ich durchaus, daß es meine Landsleute in den sonnigen
Süden zieht, wenn sie Ferien machen. Vornehmlich in Gebiete, die sonnensicher
sind. Ins nördliche Afrika, auf die Kanaren, in die Türkei, in die Karibik. Die Meteorologen behaupten, der Sommer
neige sich jetzt seinem Ende zu. Aber den Wetterfröschen zu glauben, das
ist eben eine Sache des Vertrauens. Es kann durchaus noch in unseren Landen
schön werden, jetzt in der zweiten Hälfte des August oder im September. Aber
darauf zu bauen, das ist eine wackelige Sache. Der germanische Urwald ist in
Teilen halt immer noch präsent. Vor allem beim Regen. Nicht so schlimm wie auf
den britischen Inseln, aber schlimm genug. Dann lieber gleich in den sonnensicheren
Süden, wenn es an die Urlaubsplanung geht. Trotz aller Unzufriedenheit mit dem
derzeitigen Klima in deutschen Landen –
unsere Landwirte scheinen mit dem Wetter zufrieden zu sein. Auch wenn Klappern
zum Geschäft gehört. In manchen Bereichen, höre ich, sei die Ernte sogar zu gut
ausgefallen. Die Preise purzeln. Zum Vorteil des Verbrauchers. Der Trost: Aus
der Schönheit des Sommers wird im Herbst Marmelade gemacht. Bei uns „Gsälz“.
Und das auf einem frischen Brötchen – das schmeckt, vor allem nach dem Urlaub
im Süden.
Döring
unter Tage
Der
neue Wirtschaftsminister, ein Lehrer aus Schwäbisch Hall, läßt die Stadt
Heilbronn nicht hängen. War doch der Walter Döring, FDP-Landesvorsitzender und
Stellvertreter Erwin Teufels in der schwarz-gelben Stuttgarter Koalition,
gleich an zwei Treffpunkten Heilbronns in den letzten Wochen stark präsent:
Einmal beim Wengert-Fescht seines Partei- und Landtagskollegen Richard Drautz;
zum anderen unter Tage bei den Südwestdeutschen Salzwerken, die zu je 45
Prozent dem Land und der Stadt Heilbronn gehören. Da Walter Döring in seiner Ministerfunktion auch „oberster Bergmann“
des Landes ist, hatte er den Salzbergwerkern einiges zu sagen. Um die
Abfallabgabe des Landes ging es. Die würde nicht nur die Erzeuger, sondern auch
die Deponiebetreiber benachteiligen. Meinte Ekkehard Schneider, Vorstand bei
den Salzwerken. Und deshalb wäre in der Heilbronner Deponie noch ausreichend
Platz. Bislang werden überwiegend Rauchgasrückstände aus
Müllverbrennungsanlagen in Heilbronn eingelagert. Demnächst sollen noch Schlacken, Gießereisände, Galvanikschlämme
und anderes eingelagert werden – so das entsprechende
Planfeststellungverfahren akzeptiert
wird. Die Privatisierung, das heißt der
Verkauf des 45-Prozent-Anteils des Landes an die Südwestdeutschen Salzwerke,
stünde demnächst an, teilte der neue Wirtschaftsminister mit. Schließlich hätte
man im Koalitionsvertrag ein Privatisierungsgebot hineingeschrieben. Und das
gälte auch für die Heilbronner Salzwerke. Mit der Stadt Heilbronn müßte allerdings
noch verhandelt werden. Deshalb stünde aktuell keine Entscheidung an. Fragt
sich wann. Denn auch die Stadt braucht dringend Geld in der Kasse.
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